Berliner Tagebuch #5

von Alfriede Kerl

Auf nach Italien! Frühling! Es gießt wie aus Eimern! Ansonsten Mailand phantastisch. Vor allem das Essen. Werde mir zum Frühstück jetzt öfter Macarons und Erdbeertörtchen gönnen und alles mit frischem Parmesan essen – auch die Macarons!

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Berliner Tagebuch #4

von Alfriede Kerl

Heute in die Welt von Tante L. nach Grunewald entschwebt. Hach! Man möchte am liebsten versinken, in den dunkelblauen, weichen Fauteuils, die einen wie ein kleines Nestchen wohlig umschmeicheln und nie mehr loslassen mögen! L. wandelt indes in eleganten, weiten Seidenhosen über ihre orientalische Auslegeware, durch sonnengelb tapezierte, stuckierte Salons und kredenzt selbstgebackene Küchlein und Kaffee im efeuornamentierten Sommerporzellan – Grazie, Anmut & haut la main. Die Vöglein zwitschern zwischen den Hortensien, ein wohlbeleibtes Springbrunnenpüttlein plätschert gut gelaunt vor sich hin, sanfter Frühlingswind streichelt durch die Birken. Unaufgeregtes Geplauder über diese und jene Kunstausstellung im Lande und melancholisches Schwelgen in Familienerinnerungen. Hach! Hier hat die Welt noch die wohltuende Ordnung eines 80er Jahre Kaffeewerbespots.

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Berliner Tagebuch #3

von Alfriede Kerl

Mit D. zum obligatorischen Mittwochsmartini ins Stue. D. heute in verstörender Aufmachung und terriblem Look: Camouflage Jumpsuit (P.A.R.O.S.H. via Farfetch), silberne Sneaker (Hogan Rebel), Climate Revolution Rucksack von Vivienne Westwood mit allerlei Taschenmessern, Anzündern, LED-Lampen und einem Handkurbelradio. Ungeschminkt, unfrisiert, müde, erschöpft. Hab ich etwa einen neuen Instagram-Hashtag verpasst?  D. fragt, ob ich mich auch schon eingedeckt hätte. „Eingedeckt? Womit? Acqua di Parma? Austern? Kaviar?“ „Wasser! Konserven! Holz! Milchpulver! Trockenfrüchte!“ D. befürchtet den Weltuntergang! Du liebe Güte. Da war mir ihre Histaminintoleranz ja noch lieber.

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Berliner Tagebuch #2

von Alfriede Kerl

Zum Frühstück T. im 3-Minutes-s.m. getroffen. T. arg verstimmt und übellaunig: Besser gar kein Rendezvous als ein Schlechtes! Jammerorgie! Während er (T.) vorgestern nach dem Essen erwartungsvoll im Hotelzimmer saß, klappte sie (das Rendezvous=IT-Beraterin) vor seiner Nase das Bügelbrett auf! Ausgerechnet! DAS hätte er auch bei seiner Frau haben können!

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Berliner Tagebuch #1

von Alfriede Kerl

Heute bei Familie R. in Dahlem zum Kaffee. Hübsches Küchlein, hübsche Kinder. Nur dieser Hund. Stinkt aus Mund und Fell! Unerträgliches Mistvieh!

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