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Rückblende. 1995. Griechenland. Mit einer Gruppe vom Gymnasium Canisianum aus Lüdinghausen und „Fusel-Uwe“, dem Englischlehrer, sitzen wir spät Abends auf der Dachterrasse des Hotels. Ich bin vor zwei Tagen im antiken Stadion von Delphi beim Hundertmeterlauf der Frauen nach einem Stolperer auf der Schotterpiste vornüber lang hingeknallt. Meine Knie und meine linke Brust bluten. Meine Handballen schmerzen. „Fusel-Uwe“ reicht mir den selbst gebrannten Raki des griechischen Hotelwirts mit dem einen Arm. Der andere ist ihm im Zweiten Weltkrieg von einem deutschen Fallschirmjäger weggeschossen worden. Ich schmiere das hochprozentige Zeug auf meine Wunden und verziehe das Gesicht. Danach spielen wir das Ratespiel: Was wir beruflich später werden werden. „Fusel-Uwe“ klebt mir einen Zettel mit der Aufschrift “Kriegsreporterin” auf die Stirn.
Wie mein Leben als Kriegsreporterin wohl ausgesehen hätte? Manchmal juckt es mir in den Fingern, in meiner Freizeit wie Hunter S. Thompson auf die Jagd nach einer guten Guerilla-Journalismus-Story zu gehen. Dann werde ich zu Ute S. Hamelmann und wage mich auf die verwegensten Schauplätze der Weltgeschichte vor: Zum Beispiel auf das Sendener Schützenfest der St. Johanni Bruderschaft von 1602.


























