Das Hipster-Café

Zuckerdosen mit Goldrand
und Jungmadamsen an Tischchen,
sitzen an der Abrisswand.
Auf Omas Sesseln in beige Velours,
ein Herr mit Bart,
einsam, ein bisschen,
wünscht sich was und träumt auch nur.
Suchende Blicke,
Käsensahnestücke.
Die Damen ignorant!
Tragen schwarze Mappen,
und Start-Up-Gedanken.
Ein neues Wasser mit Soda?
Viel Venture-Capital, oder?
Gestrickte Pullis,
Gezückte Kulis,
auf Sofas mit Fransen dran,
grübeln überm Businessplan.
Also, nee!
Da geht der Mann.

Paris Bar

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Nackte Leiber, Brauntapete.
Ärsche und stand still and rot.
God is busy, Poprakete,
Kippi ist hier niemals tot.
Die Mücke singt.
Der Neger swingt.

Many Püppchen und Capote,
Romy kuckt mit strenger Miene,
Augusts Schildchen, wandvoll Tote.
kokett grinst Zigarettentrine.
Strange Adventures in Berlin,
da musste mit, da musste hin!

Gestern wieder spät gewesen,
in spreegolden Friedrichshain.
Serge lächelt unterm Tresen,
Gout de mar, ganz ungemein.
Je ne sais qoui.
Deux Eau de vie!

Neben mir sitzt Toni,
Erdmann fliegt nach Tinseltown.
en face thront Vroni,
schlürft lila Muschelschaum.
Der blaue Fisch,
zum Russentisch.

Verrückt, verdreht, an der Decke
Dadacollage, Weltverkehr,
und vor der Toilette,
geht’s besonders heiß her.
Santé. Hip, hip, hurra,
Du altversaute Paris Bar!