
It’s Sylt my dear!
Kunst, Paintings





Nein,
mein Leben ist nicht aufregend,
ich sitze morgens nicht in der Paris Bar,
ich trage keine Designerkleider,
und gehe nicht auf die Kunstgala.
Ich gebe auch keine Interviews,
und posiere nicht auf Theatertreppen.
ich habe keine berühmten Verwandten,
oder Freunde, die welche hätten.
Ich habe keinen künstlichen Nägel,
und keine Story auf Instagram,
Ich bin. Ich bin. Ich bin.
Nur da.
Immerhin.
Na ja.


Alle wissen es jetzt besser,
haben es immer gewusst,
und immer gesagt,
und immer gedacht.
So ist es.
Wirklich.
Hundertprozentig.
Genau so, und nicht anders.
Kann gar nicht, echt nicht.
Zweihundert sogar.
Garantiert.
Recht gehabt, siehste.
Was? Du auch?
Kann gar nicht sein,
kann echt nicht sein,
wirklich.
Wo leben wir eigentlich?
Ja wo?
Keine Ahnung, echt nicht,
wirklich.
U.H.
Ute Hamelmann




Ute Hamelmann
self-creating
self-evolving
self-maintaining
and a good tennis match.
U.H.

Wien könnte eine schöne Stadt sein, liefe nicht die ganze Zeit meine Mutter neben mir her (wir sind wegen Erbangelegenheiten hier). Sie quasselt in einem fort. Ich wusste nicht, dass Menschen so viel reden können! Wir laufen die Bankgasse hinunter zum Burgtheater, dafür habe ich kurz vorm Abflug noch Tickets besorgt. In der Gasse interessiere ich mich für ein unbenanntes, aber hoch dekoriertes Lokal, an dem wir vorbei huschen. „Mensch, ist das sauber hier! Guck mal, diese Straße, wie machen die das nur? Warum ist das bei uns in Senden nicht so sauber?“ Alles, was meine Mutter sieht, reduziert sie blitzschnell auf ihre Welt. Und ihre Welt ist in erster Linie das westfälische Örtchen, in dem sie lebt – eigentlich in einziger Linie.
Ute Hamelmann

Hintergrundwabernder Soulgesang
über lautstark palaverndem Publikum,
stimmgewirre Klangssuppe
in rauchschwangerem Zigarettendunst.
Versammelte Volksbühnenepigonen,
Autoren, oder sonstwas mit Kunst,
tragen normcoreschwarz im Ton.
in ‚ennuyant as attitude‘ – Facon.
Zwei drallblonde Mittexanthippen,
mit Duttfrisur, goldenen Riesenbrillen,
und musternd abwertenden Großstadtblicken
umschwärmen einen Schauspielstar.
Die Frau, en face, an der Bar,
streichelt sich über ihr Hinterkopfhaar – fortwährend!
It’s too darn hot, summt der Beat,
If you can’t stand the heat,
na, weeste ja.
U.H.

Es dunkelt
und müde wird mein Blick
erschlaffende Glieder.
Das kleine Glück,
ein Bud und
Freddie Freeloader.
